May 7, 2026
In Hochspannungsübertragungs- und -verteilungssystemen ist die Durchschlagsfestigkeit von Transformatorenöl direkt mit der Isolationssicherheit und der Betriebsstabilität verbunden. Mit der Zeit sammeln sich Feuchtigkeit – typischerweise durch Umgebungsfeuchtigkeit eingebracht oder aus Isoliermaterialien freigesetzt – sowie gelöste Gase wie Wasserstoff und Methan und feste Partikel allmählich im Öl an. Dies führt zu einer Verringerung der dielektrischen Leistung und erhöht das Risiko von Teilentladungen, insbesondere in Systemen mit einer Nennspannung von 110 kV und höher.
Die Vakuumreinigungstechnologie wird häufig zur Bewältigung dieser Herausforderungen eingesetzt. Solche Systeme arbeiten unter reduziertem Druck (typischerweise ≤ -0,08 MPa), um die Trennung von gelösten Gasen und freiem Wasser vom Öl zu erleichtern. Integrierte Heizeinheiten halten die Öltemperatur im Allgemeinen im Bereich von 40–65 °C, um die Feuchtigkeitsverdampfung zu verbessern und gleichzeitig eine thermische Zersetzung des Öls zu vermeiden. Mehrstufige Filtrationssysteme, üblicherweise mit einer Filtrationsgenauigkeit zwischen 1–5 µm, werden zur Entfernung von Partikelverunreinigungen eingesetzt.
In der Ingenieurpraxis folgen Systemdesign und -betrieb oft Standards wie der IEC 60422, um sicherzustellen, dass behandeltes Öl die Anforderungen an Durchschlagsfestigkeit, Feuchtigkeitsgehalt und Sauberkeit erfüllt. Für Transformatoren, die bei 110 kV und höher betrieben werden, werden Systeme mit kontinuierlicher Online-Reinigungsfähigkeit empfohlen, um ausfallbedingte Wartungsarbeiten zu reduzieren und einen stabilen Langzeitbetrieb zu unterstützen.